„Pferde gehören beim Rietberger Schützenfest dazu“

Gildenvorsitzender Stefan Kay über den Einsatz von Pferden, die Sicherheit und eine lange Tradition

Mit der Kutsche (hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2012) wird das Königspaar die vom Publikum gesäumte Rathausstraße entlan

Mit der Kutsche (hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2012) wird das Königspaar die vom Publikum gesäumte Rathausstraße entlang bis zum Schützenplatz gefahren. Ein tolles Bild. Foto: privat

 

Rietberg (mad). Knapp zwei Wochen ist es her, dass ein Pferd  während des Schützenfest in der Landeshauptstadt von NRW tot zusammengebrochen ist. Wieder stellte sich die Frage nach dem Einsatz von Pferden bei großen Veranstaltungen. Auch bei den Rietberger Schützen gehören die edlen Tiere zur langjährigen Tradition.

In der Emskommune gehört es zu den Highlights eines Schützenfestes, wenn die alten und die neuen Regenten mit der Kutsche durch die Stadt und dann auf den Schützenplatz gefahren werden. „Die Königspaare schwärmen jedes Mal davon. Es macht einfach richtig was her und durch die Pferde entsteht ein ganz besonderes Flair“, sagt Stefan Kay, Vorsitzender der Rietberger Schützengilde. Dennoch weiß er um das grundsätzliche Risiko, das mit dem Einsatz von Pferden einhergeht. Nicht nur, dass eines der Tiere „von der Fahne gehen“ und selbst zu Schaden kommen könnte, es könnte auch Menschen in seiner Nähe verletzen. „Natürlich sind es Lebewesen, die auch mal unruhig werden können“, so Kay. Deswegen setzt man bei der St.-Hubertus-Schützengilde ganz bewusst auf Sicherheit. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit den uns bekannten und sehr verlässlichen Pferdebesitzern und sehr erfahrenen Kutschern zusammen. Wir wissen, dass sie mit ihren Pferden vorbildlich umgehen und sie bestens auch auf diese Situation vorbereiten“, betont Kay. Manche Pferde werden dem Oberst und den Adjutanten, die auf den Platz geritten kommen, zur Verfügung gestellt. „Für diesen Auftritt nehmen die beiden extra Reitunterricht“, sagt Kay. Natürlich sind die Gegebenheiten auf dem Schützenplatz für die Pferde sehr speziell. Laute Musik, viele Menschen – da kann so ein Fluchttier schon mal zappelig werden. Aber auch auf dem Platz sind die Pferdebesitzer immer mit dabei und in der Nähe ihrer Tiere. „Sollte ein Pferd unruhig werden, ist der Besitzer ganz schnell zur Stelle und kann eingreifen“, erklärt der Vorsitzende. In all den Jahren ist nie etwas passiert. „Und das soll auch so bleiben. Da vertrauen wir weiterhin den Pferdebesitzern, mit denen wir zusammenarbeiten und die wir übrigens nicht ständig wechseln, nur weil jemand anderes vielleicht ein günstigeres Angebot machen kann. Wir wissen, was wir von dieser Kooperation haben und obwohl das Thema regelmäßig in unseren Vorstandsreihen besprochen wird – allerdings mit Blick auf die Finanzen, nicht mit Fokus auf die Sicherheit – möchten wir das gerne fortführen. Es ist eine Jahrzehnte lange Tradition. Die Pferde gehören bei uns mit dazu und die möchten wir nicht missen.“