Rietberg (dg). Gleich am 7. Januar nutzten sie die Culturabühne, um ihren bissigen Humor aufs vergangene Jahr 2025 in einem zündenden Kabarett-Feuerwerk abzuschießen. Katharina Martin, Axel Pätz, Jens Neutag – Ensemble-Trio mit exzellenten, schauspielerischen Talenten, blätterten den Jahreskalender auf und stöberten im Geschehen der letzten zwölf Monate. Brillante Texte, Dramaturgie, musikalische Parodien begeistern das Publikum.
Unter dem Titel „Gut im Abgang“ schaffen es die drei Humor-Profis, alle politischen Wendungen und den Alltags-Wahnsinn in ein rasantes Programm zu packen. Keck behaupten sie, dass es besser ist als das Jahr selbst. Wohl wahr – im rasanten Tempo spielen sie, wechseln die Themen und hauen ihre Pointen zielsicher raus. Neuer Lebensstil der Männlichkeit: „Wenn der Mann noch was erleben will, dann kauft er sich ’nen Weber-Grill“. Bundestagswahl: „Da glaubst du blöder geht‘s nicht mehr, kommt irgendwo ein Dobrindt her“. „Nach Ostern hatten wir keinen Papst und Kanzler-Söder hätte beides gemacht“. Der „Schicks zurück“-Song prangert den Internetkauf an. Axel Pätz am E-Piano parodierte mit Ohrwürmern der Schlagerszene so auch beim Thema Trump auf: „Ein bisschen Frieden“ – „Ich will nur Frieden und den Nobelpreis, wenn ich auch sonst nur auf den Rest schei….!“ Oder die herrliche Nonsens-Szene in der Jens Neutag den Spitzenkandidaten der Splitterpartei FVPD spielt – Fundamental Vernagelte Partei Deutschland. Coaching soll ihn medientauglich machen. Sein Wahlslogan: „Kein Sex vor der Silberhochzeit“. Amüsante Spitze gegen Stimmzettel mit 38 Parteien zur Bundestagswahl. Permanente Volltreffer beim Publikum. So auch Katharina Martins Superparodie auf Julia Klöckner. Ihre komödiantische Körpersprache war dabei grandios. Sowie das Foto einer Parisreise mit der Klöckner vor Notre Dame. Ein Abend mit der DISTEL bleibt in Erinnerung, einem berühmten Kabarett das 1953 in Ostberlin gegründet wurde. Zum Finale definierte das umjubelte Trio die Cultura als Kultur-Raffinesse und freuten sich nach 70 Jahren DISTEL über ihr erstes Gastspiel in Rietberg. Ihre Qualität und die gewonnen Nähe zum Publikum war dankbarer Ausdruck im frenetischen Schluss-Applaus.




















