Rietberg (dg). Wer glaubt das geht nur in Köln, wurde erneut eines Besseren belehrt. Heimische Narren verwandelten mit Büttenreden, Tanzgarden, Sketchen, Prinzengarde, Fanfarenzug, Jeckbeat die Aula im Schulzentrum zu einem brodelnden Hexenkessel der Freude. Mit schlagfertiger, profihafter Moderation führte Philipp Isenborth (Westerwiehe) mit Humoresken Spitzen motivierend durchs viereinhalbstündige Karnevalsprogramm. Damit bei den Herren nicht die Orientierung versagte, heizte Kira, als attraktives „Nummern-Show-Girl“, die Stimmung im Saal vor jedem Auftritt bis zum Siedepunkt auf. Den hielt Dirk Bunger mit seiner starken Rede als lustloser Leiharbeiter auf Betriebstemperatur. „Klagt, dass seine Frau unterm Porzellan-Syndrom leidet – hat nicht mehr alle Tassen im Schrank“. Spricht von der unwissenden Weidedame, statt „blöde Kuh“. War stolz auf seine Armbanduhr die alles anzeigt. Zur Freundin: „Sehe auf meiner Uhr, dass du keine Unterwäsche trägst“. Sie entrüstet: „DOCH“, Mist geht die schon wieder ne Stunde vor. Tosender Applaus, Standing Ovation, Zugabe. Damit wurden viele Akteure bedankt. Besonders bei den Tanzgarden Fascination, DanceSation, Fire Guardians, Turmfalken und Prinzengarde lösten ihre perfekten Shows Beifallsstürme aus. Musikalisch begleitet von DJ Jadox. Herausragend „Potsch“ mit ihrer Persiflage aufs römische Konklave, mit stilechtem Bühnenbild, bei dem als neuer Heilsbringer ein Bürgerpapst gesucht wurde. Der war am Ende Marco Talarico, der sich freute, endlich mal eine Wahl gewonnen zu haben. Beim Fanfarenzug stehen die bunt kostümierten Narren. Er ist nicht nur Stimmungs- Garant, sondern begeistert mit seiner Musikshow. Eine Herrensitzung die närrische Kondition verlangte, denn die gelungene Programm-Gestaltung gönnten Zwergfell und Stimmbänder keine Pause. Dafür sorgten auch die drei verbal Granaten Wolfgang Hesse, „Hacho“ alias Ralf Setter, sowie Martin Quilitz. Mit edlem Klamauk strapazierten sie die Lachmuskeln der feierfreudigen Herren. Quilitz in Rietberg aufgewachsen, zog es ins Showgeschäft. Sein Spiel mit dem Publikum und der danach verfassten lokalen Geschichte – meisterhaft. Sein Blick fiel auf Vereinsnamen. Druffel-DSG „Die Saufen Gerne“. Im Reigen der Narren-Sitzungen war diese Veranstaltung wieder eine Gemeinschafts-Leistung der Neuenkirchener, Westewieher und Rietberger Karnevalisten. Eine gelungene Demonstration dafür mit wie viel facettenreicher Narretei die ostwestfälische Karnevals-Hochburg gesegnet ist.
Fotos: RSA/Rehling




























































