Besonders: Ein Pastor mit Herz wird 95

Herbert Korfmacher feierte in Rietberg seinen 95. Geburtstag

2009 führte der Weg Pastor Herbert Korfmacher noch Rietberg.   Foto: privat

 

Rietberg. Am 14. Februar 1931 erblickte Herbert Korfmacher das Licht der Welt im beschaulichen Langenberg. Schon seine Geburt zeigte, dass der liebe Gott mit ihm „noch viel vorhatte.“ Herbert Korfmacher wog bei seiner Geburt gerade einmal 1 ½ kg. Das solch ein Leichtgewicht, noch dazu Zuhause geboren, gesund gedieh, war zur damaligen Zeit etwas ganz Besonderes. So wuchs er heran, ländlich geprägt mit kleiner heimischer Landwirtschaft im Nebenjob des Vaters, der seine Stellung bei der damaligen holzverarbeitenden Firma Bartels hatte. Seine Mutter kümmerte sich liebevoll um Herbert und um Haus und Hof.

Prägende Kindheitserinnerung ist, dass er immer der Kleinste in seinem Jahrgang und auch in seiner Schulklasse war. Doch er behauptete sich und schaffte sich Respekt und Achtung durch seine kommunikativen Fähigkeiten und vor allem durch seine freundschaftliche Zugewandtheit.

Am 21. März 1952 machte er sein Abitur am Ratsgymnasium in Rheda-Wiedenbrück. Er studierte Philosophie und Theologie in Paderborn. In zwei Freisemestern in Freiburg wurde er tief geprägt durch den damaligen Studentenpfarrer Dr. Wolfgang Ruf und so festigte sich sein Wunsch, Priester zu werden. Am 05. Juni 1957 wurde er vom damaligen Erzbischof Lorenz Jäger im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. 

Seine erste Stelle als Vikar führte den Jubilar zu St. Barbara in Oberargen, heute Berg­kamen, ins Ruhrgebiet. „Die Berg­leute mit ihrer, ehrlichen, aber auch herzlichen Art, haben mir das „Hochwürden“ schnell ausgetrieben“, schmunzelt Korfmacher im Rückblick. 

Seine zweite Vikarstelle führte den Jubilar nach Dortmund-Hörde in die Herz-Jesu-Gemeinde bis er 1968 nach Hüttental Geisweid ins Siegerland versetzt wurde.

1975 studierte er noch einmal Klinikseelsorge. Fortan war sein Betätigungsfeld schwerpunktmäßig in Krankenhäusern und den umliegenden Altenpflegeheimen, wo er zum Teil schwerkranken und auch sterbenden Menschen und ihre Angehörige begleitete. 

Am 02. März 2001 wurde der Seelsorger durch Erzbischof Joachim Degenhardt in den Ruhestand versetzt.

2009 führte ihn der Weg nach Rietberg, wo er nun seit 2 Jahren im Caritas Haus in der Klosterstraße 38 sein Zuhause hat. In vielen Kirchengemeinden war er als Zelebrant sehr gefragt: in Druffel, Bokel, Kaunitz, Langenberg, St. Vit und auch im Seniorenheim St. Elisabeth in Rheda.

Seine letzte öffentliche Eucharistiefeier feierte er anlässlich seines 65-jährigen Priesterjubiläums in St. Lambertus in seiner Heimatgemeinde in Langenberg am 05. Juli 2022.

Am Samstag, den 14. Februar 2026, seinem Geburtstag, wurde Pastor Korfmacher liebevoll umsorgt im Caritas Haus. Doch am Sonntag, den 15. Februar 2026 feierte der Jubilar bei einer befreundeten Familie in Rietberg mit vielen Gästen. Zu Gast waren unter anderem der ehemalige Pfarrer von Rietberg Michael Rademacher und Annette Kurschus, ehemalige Präses der evangelischen Landeskirche in Westfalen. Natürlich in ökumenischer Einheit, wie sollte es auch anders sein.